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Psiram.com / Esowatch.com: Krieg um die Alternativmedizin, wem nutzt er?

 
Zwischen Gegnern der Alternativmedizin, oft aus dem Bereich von sogen. Skeptikerverbänden, und den Befürwortern der Alternativmedizin kommt es in letzter Zeit in Internetforen und Blogs häufiger zu einer Art „offenem Schlagabtausch“. Die Skeptiker sehen ihr Einschreiten gegen die Alternativmedizin nach eigenen Angaben als Verbraucherschutz. „Deutschland gehört mit 75 Prozent Zustimmung zur Alternativmedizin bei Umfragen zu den abergläubischsten Ländern“, so liest man in einem Interview der Zeit mit einem Vertreter der Skeptikerbewegung. Die Alternativmedizin habesich so stark ausgebreitet, dass man „wirklich etwas dagegen tun“ müsse.
 
Hauptargument der Skeptiker für ihr Einschreiten gegen die Alternativmedizin: Es bestehe Gefahr für Gesundheit und Leben – dies sei nämlich genau dann der Fall, wenn man ausschließlich alternativmedizinische Verfahren nutze und dafür (lebens-)notwendige schulmedizinische Maßnahmen unterlassen würde. In Anbetracht der Tatsache, dass die klassische Medizin über eine hervorragende Diagnostik und über eine Vielzahl erfolgreicher Therapiemöglichkeiten verfügt, wird sich jedoch kaum ein Patient solche Möglichkeiten versagen. Vieles spricht im Gegenteil dafür, dass der weitaus größte Teil der Menschen, die sich alternativen Methoden zuwenden, beides nutzt – die Schulmedizin und die Komplementärmedizin im Sinne einer Ergänzung, nicht als Ersatz. Dennoch – zwischen beiden Seiten haben sich verhärtete Fronten gebildet. Verbalattacken – z.B. über das anonym betriebene Forum Esowatch.com – heizen die Stimmung an. Sie leisten kaum einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion – aber sie haben einen nicht unerheblichen Effekt: Sie verunsichern Internetnutzer. Das Web wird von vielen als Recherchemedium genutzt. Wer unklare Symptome hat oder bereits über eine Diagnose verfügt, macht sich im Internet kundig. Wer eine alternative Therapie oder ein Medikament aus der Komplementärmedizin in Betracht zieht, wird häufig ebenfalls zunächst dort recherchieren.
 
Erst vor kurzem ging eine Meldung über die Manipulation von Amazon- Produktrezensionen durch die Presse. Dabei kam auch der Aspekt der Negativbewertungen zur Sprache. Wer über Produkte der Konkurrenz schlecht schreibt, erhofft sich für die eigenen Produkte einen positiven Effekt. Erlaubt ist so etwas nicht – doch die Anonymität im Web macht vieles möglich.


Vertreter der Alternativmedizin sehen sich seit einiger Zeit einem ausgeprägten Cybermobbing gegenüber. Das Vorgehen folgt einem altbekannten und bewährten Muster. Die Verunsicherung der Internetnutzer erhöht sich in dem Maße, in dem an vielen, möglichst prominenten Stellen Meldungen erscheinen, die die Reputation (der Alternativmedizin) in Zweifel stellen. Ziel sind vor allem Internetnutzer, die auf der Suche nach Informationen für ihre Meinungsbildung sind. „Negative Campaigning“ ist der Fachbegriff dafür. Dies ist einer der Gründe, warum esowatch.com (heute: Psiram.com) zwar aus der Anonymität heraus agiert, seine Tätigkeit jedoch in der Öffentlichkeit ausüben muss. Das hat den Vorteil, dass man bei der geübten Kritik weit über das erlaubte Maß hinausgehen kann, da man keineVerantwortung für das geschriebene Wort übernimmt. Erlaubt ist auch das nicht – doch Webhoster wie Media On Karaboga sind auf diese Zielgruppe
spezialisiert und sichern ihren Kunden komplette Anonymität zu.


Dass die Esowatch.com - Betroffenen dabei ungewollt zu Unterstützern von Esowatch.com (heute: Psiram.com) werden, ist sicher den wenigsten bewusst. Aufgrund der harten Verbalattacken in Internetforen und Blogs sowie durch unsachliche, teils verleumderische Darstellungen auf Esowatch.com (heute: Psiram.com) fühlen sich die Betroffenen aufgerufen, gegen die selbsternannten anonymen Hüter der Hochschulmedizin zu kämpfen. Da die Auseinandersetzung mit Esowatch.com (heute: Psiram.com) stets mit der Nennung des Seitennamens und dem Setzen von Links einhergehen, erfährt die Seite durch seine Gegner eine Aufwertung im Ranking.


Je härter die Auseinandersetzung geführt wird, desto mehr Internetnutzer werden durch den Kampf angezogen und beteiligen sich an ihm. Je mehr Nutzer auf Esowatch.com zugreifen, desto höher das Ranking. Einen weiteren Anstieg im Ranking verbucht Esowatch.com durch die Zunahme von
eigenen Artikeln über die Alternativmedizin. Je mehr Verleumdete – desto mehr Seitenzugriffe durch empörte Betroffene und Befürworter alternativer Methoden. ...
 
Doch eine Rufschädigung verzeichnen ausschließlich die Betroffenen. Wer sich im Internet oder gar auf den Esowatch.com-Seiten rechtfertigen möchte, kann dies sinnvollerweise nur unter Angabe seines realen Namens tun und macht sich damit erst Recht zur Zielscheibe der Anonymen. Esowatch-Aktivisten dagegen schonen ihren Ruf und ihr Privatleben, denn sie bleiben anonym.
 
So werden aus Vertretern der Alternativmedizin harte Verfechter derselben. Das scheint verständlich. Komplementärmediziner folgen oft dem inneren Ruf, dort zu helfen, wo die klassische Medizin an Grenzen stößt. Wer darin gebremst wird, kann sich davon abgehalten sehen, der eigenen inneren Berufung zu folgen und anderen Menschen aus seiner tiefsten Überzeugung heraus zu helfen. Wer sich dann in den Kampf hineinziehen lässt, verliert Zeit und viel Kraft in nutzlosen Diskussionen. Der „Kampf um die Alternativmedizin“ verschafft vor allem den Gegnern der Alternativmedizin eine Aufmerksamkeit, die sie ohne die in den Kampf verwickelten Befürworter nicht hätten. Der harte Schlagabtausch zwischen beiden Seiten führt zu einem Verlust an Sachlichkeit, von dem seine Urheber sich erhoffen, dass er vor allem den Angegriffenen schadet, denn nur diese sind ja namentlich bekannt. Ein weiterer gewünschter Nebeneffekt: Die Auseinandersetzung verunsichert die Hilfesuchenden und soll das Gedankengut der Psiram-Aktivisten bekannter machen. Das alles hat mit dem Auftrag der Medizin, gleich welcher Ausrichtung, wenig zu tun. Es ist ein politischer Aktionismus von ideologisch ausgerichteten Interessengruppierungen.

Nicht umsonst wünscht sich eine große Mehrheit der Bürger in unserem Land eine friedliche und nützliche Koexistenz von klassischer Medizin und sinnvollen Methoden der Komplementärmedizin. Auch das kann erklären, warum ca. 75 Prozent aller Deutschen die Alternativmedizin befürworten.

Man sollte zudem nie vergessen, dass der, der etwas negativ darstellt und bekämpft, großes Interesse daran erweckt. Webseiten wie psiram.com fördern durch ihre Illegalität und durch das Ausmaß an geäußertem Hass geradezu Gedanken an eine Verschwörung gegen die Alternativmedizin und schaden damit nicht zuletzt auch dem Ruf und der Glaubwürdigkeit der klassischen Medizin und der Pharmaindustrie in hohem Maße. Sie verunsichern den Patienten nicht nur in Bezug auf ihre erklärten Gegner, sondern auch in Bezug auf eine Medizin, die heute – ganz ohne Zutun von psiram.com – hervorragende Arbeit am Patienten leistet.
 
Die klassische Medizin muss in der Alternativmedizin keinen Gegner fürchten. Ärzte, die alternative Verfahren in ihrem Leistungsangebot führen, sind deshalb so gefragt, weil sie beide Seiten miteinander verbinden und den Patienten zugleich ihre fachliche Qualifikation zur Verfügung stellen. Die Menschen von heute wünschen sich ein Miteinander von klassischer und alternativer Medizin zum Wohle aller – und die Patienten haben ein Recht darauf, denn um ihre Gesundheit geht es. Nicht vergessen sollte man, dass auch so manches inzwischen etablierte Verfahren der klassischen Medizin das Ergebnis des Forscherdrangs weniger Pioniere ist, von denen einige zu ihren Lebzeiten ausgegrenzt und belächelt wurden. Manche auf Esowatch.com Geschmähte sehen daher „ihren“ Esowatch.com-Artikel humorvoll als eine Art Auszeichnung – das Esowatch-Wiki, so sagen manche, lese sich mittlerweile fast wie das „Who is who“ der Alternativmedizin. Mit Humor lässt sich vieles leichter ertragen. Ein altes Sprichwort besagt: „Humor ist das Salz der Erde, und wer gut durchgesalzen ist, bleibt lange frisch.“ Wenn man bedenkt, dass Hass nur wiederum Hass erzeugt, muss eine Diskussion über die Themen von Esowatch.com letztlich auch zu einer sachlichen Einschätzung von Esowatch.com führen. Verbraucherschutz ist immer dann nötig, wenn Verbraucher durch die wahren Absichten – hier von anonym auftretenden Interessengemeinschaften, die die FAZ im oben genannten Artikel als „Lobbyisten“ bezeichnet – in die Irre geführt werden. Beobachtet man den „Kampf gegen die Alternativmedizin“, scheint der Vergleich mit Don Quichotte und seinem Kampf gegen die Windmühlen nicht unpassend. Wozu sollte man sich in einen Kampf gegen Windmühlen, wie einst Don Quichotte, verwickeln lassen? Anderen etwas beweisen zu wollen, führt meist nur in einen Kampf ums Rechthaben, der nicht der Wahrheitsfindung, sondern eher dem eigenen Ego dient, wie schon der Philosoph Schopenhauer in seiner Schrift „Die Kunst, Recht zu behalten“ darstellte.
 
Es ist unwahrscheinlich, dass die anonymen Gegner der Alternativmedizin in absehbarer Zeit aufhören zu schreiben. Zu groß scheint die weltanschauungsbedingte Aversion gegen die Komplementärmedizin zu sein. Das ist auch in Ordnung, denn jeder soll über das schreiben können, was er für richtig hält. Esowatch.de setzt sich für Fairness im Web ein. Wir werden niemanden angreifen oder schlecht darstellen, sondern vor allem über gute Dinge berichten. Wir erfüllen unsere Aufgabe ebenso, wie auch Esowatch.com seine Aufgabe erfüllt. Jeder Internetnutzer mag sich informieren und danach selbst entscheiden, was für ihn richtig ist.

Was aber kann man jenen empfehlen, die sich von Esowatch.com provoziert und angegriffen fühlen? Bleiben Sie sachlich und fair und halten Sie sich vom Hass auf die Andersdenkenden fern, denn er kostet nur Nerven und raubt Ihnen Zeit. Mit Humor könnte man zusätzlich sagen: Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – und halten Sie sich von Windmühlen fern.
 





Bildquellen:
foto "Die Masken": © olga meier-sander, pixelio
foto "Ritterblick": © pepsprog, pixelio
foto "Windmühle": © Katharina Wieland Müller, pixelio
foto "Ersatzteile": © Jens Bredehorn, pixelio







 
 

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