Esowatch

Das Skeptiker-Syndrom

 
 
Dr. Edgar Wunder ist Sozialwissenschaftler und Gründungsmitglied der deutschsprachigen Skeptiker Organisation GWUP, der er von 1987 bis 1998 in verschiedenen Funktionen angehörte. Im Verlaufe seiner Mitgliedschaft erkennt er ernstzunehmende Ansätze von Dogmatismus und bemüht sich nach einer Analyse um eine Reform des Skeptikervereins. Sein Bestreben nach Reformen führt jedoch zum Verlust seiner Ämter und letztlich zu seinem Ausschluss. Wunder untersucht die Ursachen und Phänomene, die innerhalb des Vereins zu einer Art eigenem „Glaubens-System“ (belief system) geführt haben, in „Das Skeptiker Syndrom“.
 
Auf die in den FAQ von esowatch.com zu findende Frage, ob Esowatch die GWUP sei, ist folgendes Dementi zu lesen:
Wir sind nicht mit der GWUP verflochten. Wir finden zwar vieles gut, was die GWUP macht, aber die GWUP ist uns in vielen Dingen zu zahm. Wir sind direkter.

Vor diesem Hintergrund kann man sicher annehmen, dass die von Dr. Wunder beobachteten sozialen Prozesse innerhalb der GWUP in besonderem Masse auch auf die Esowatch.com Gemeinschaft zutreffen. Beide verfolgen sehr ähnliche Ziele. Unterschiede finden sich in der Vorgehensweise, denn den anonymen Autoren auf Esowatch.com stehen einige Optionen offen, die namentlich bekannte Autoren vermeiden, weil sie juristische Konsequenzen fürchten müssen.
 

Das Skeptiker-Syndrom

 

von Dr. Edgar Wunder

 
Vorbemerkung (Teil 1)

Ich bin eines von 19 Gründungsmitgliedern der im Oktober 1987 gegründeten „Skeptiker“-Organisation „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.“ (GWUP), war von 1992 bis Dezember 1998 deren „Fachbereichsleiter“ für das Thema Astrologie, von 1996 bis Juli 1998 Mitglied des Verwaltungsrats der GWUP, von 1994 bis Dezember 1998 Mitglied der Redaktion der von der GWUP herausgegebenen Zeitschrift Skeptiker und - last not least - von September 1996 bis Dezember 1998 der verantwortliche Redaktionsleiter des Skeptiker.

Vor diesem Hintergrund kenne ich die GWUP aus der Innenperspektive so gut wie sicher nur sehr wenige andere. Laut Satzung ist es das selbsterklärte Ziel der GWUP, „behauptete paranormale Phänomene ohne Voreingenommenheit mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, sowie solche Untersuchungen zu fördern und über deren Ergebnisse zu berichten“, „kritisches Denken zu fördern“, eine entsprechende „Aufklärung der Öffentlichkeit“ zu betreiben und „mit gleichgesinnten Personen, Organisationen und Institutionen zusammenzuarbeiten“. Nach Aussagen des ehem. GWUP-Vorstandsmitglieds Rainer Rosenzweig in einem Editorial der Zeitschrift Skeptiker (Heft 4/97) bedeute dies, „eine echte neutrale Mitte einzunehmen“, d.h. „Urteile, positive wie negative, erst nach einer sorgfältigen Überprüfung, und dann mit der gebotenen Umsicht zu treffen.“

Lobenswerte Ziele, aber meine Erfahrungen mit vielen Mitgliedern der GWUP sind leider andere. Es gibt innerhalb der GWUP eine ganze Reihe von Mitgliedern, die ohne hinreichende fachliche Kenntnis der jeweiligen Materie eine Art Weltanschauungskampf gegen alles führen wollen, was sie mit dem Begriff „paranormal“ assoziieren, die dabei auch (bewusst oder unbewusst) eine selektiv-einseitige Darstellung der Fakten und Argumente sowie zuweilen auch emotional-unsachliche rhetorische Taktiken in Kauf nehmen, während sie an wissenschaftlichen Untersuchungen zu Parawissenschaften höchstens insofern interessiert sind, als deren Ergebnisse „Kanonenfutter“ für öffentliche Kampagnen liefern könnten.
 
 

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