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Aber warum bleibt man anonym?

 
Eine neue Form der Werbung, „Negative Campaining“ (mudslinging – Schlamm schleudern, wie es die englische Wikipedia ausdrückt) hat ‒ zumindest in unserem Lande, ein derart schlechtes Ansehen, dass es auf den Urheber selbst abfärben könnte – so sieht es die renommierte Konrad Adenauer Stiftung. Daniel Schmücking von der Universität Jena forscht zu diesem Thema. Er weist darauf hin, dass man in unserem Land davon ausgeht, von negativen Botschaften könne einiges auf den Urheber zurückfallen. In Europa hat sich die Streitkultur einer Schlammschlacht nicht durchgesetzt. Man könne sich, so Schmücking, letztlich nicht sicher sein, ob die Demokratie und die Wahlkultur in Mitleidenschaft gezogen werden würden.
 

Was ist „Negative Campaining“?

 
Der Begriff tauchte ursprünglich im Umfeld von US-Wahlkämpfen, später dann im PR Bereich auf. Während übliche PR-Maßnahmen die eigenen Produktqualitäten hervorheben, stellt Negative Campaigning die schlechten Seiten der Konkurrenz in den Vordergrund. Im Falle der Nichtexistenz der schlechten Seiten bleibt oft nur das Aufbauen und Verstärken von Gerüchten. Das Internet ist voll von Beispielen. Erst vor kurzem gingen Meldungen über gefälschte, im Kundenauftrag erstellte Amazon-Rezensionen durch die Presse. (1) Ein anderes, prominentes Beispiel ist ein Spiegel-Bericht darüber, Facebook habe eine „PR-Agentur mit Undercover-Meinungsmache gegen Google beauftragt.“

Google betreibt seit einiger Zeit Dienste (Google +, Social Circle), die mit dem Facebook-Angebot konkurrieren. Facebook wird in der Presse regelmäßig wegen problematischen Umgangs mit personenbezogenen Daten erwähnt. Eine verdeckte Pressekampagne, die Googles Fehler beim Umgang mit solchen Daten zum Ziel hat, kann dem eigenen Ansehen nützen, da die Aufmerksamkeit für das sensible Thema auf den Konkurrenten übergeht.

Positive Rezensionen über eigene Produkte sind die eine Seite, negative Rezensionen über Konkurrenzprodukte gehören zum „Negative Campaigning“.

Zu solchen Kampagnen gäbe es viele Studien, so Thomas Otter, Marketing-Experte an der Frankfurter Goethe-Universität in einem Interview mit pressetext.de. Man habe keinen Beweis gefunden, das Negativ-Werbung nicht wirke. (2)

Firmen, die in der Öffentlichkeit agieren, müssen geltendes Recht achten, denn die Rechtsfolgen bei Verstössen wegen unlauteren Wettbewerbs können empfindlich treffen. Die Betreiber von Psiram.com / Esowatch.com achten daher genau darauf, unerkannt zu bleiben.
 
 

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